Japan

Von habeebee. Abgelegt unter Update  |   
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Vor 3 Wochen hatte ich Besuch und hatte einen lustigen Abend mit Freundinnen. Wir haben Wii gespielt und sehr viel gelacht.

Als ich am folgenden Tag den Fernseher einschaltete, war ich fassungslos. Ich las etwas von einer drohenden Atomkatastrophe in Japan!

Aber wie konnte das sein? Wie konnte so etwas passieren, während meine eigene Welt sich einfach weiter drehte? Wie konnte ich nicht gemerkt haben, dass eine weitere Katastrophe auf dieser Erde viele Menschen getötet hat und eine noch größere Katastrophe auslöste?

Alles kam mir so absolut unglaublich vor! Über viele Tage verfolgte ich die Nachrichten mit Anspannung.

Ich habe von Beginn an geglaubt, dass es in mindestens einem Reaktor zu einer Kernschmelze kommen würde. Es war einfach „Zeit“ für eine neue Katastrophe auf dieser Welt.

Seit 3 Wochen sind die Nachrichten immer absolut widersprüchlich. Mal machen sie Hoffnung und dann wieder machen sie Angst.

Und ich frage mich, wie es sein kann, dass macht- und geldgeile Menschen Entscheidungen treffen, die das Wohl der ganzen Welt beeinflussen können?

Auch in Deutschland gibt es nun viele Diskussionen um Atomkraft. Und wieder entscheiden Politiker und Manager.

Sie entscheiden und die Bevölkerung lebt damit. Sie lebt auch später damit – mit den möglichen Folgen! Wie die Japaner es jetzt auch müssen.

Viele Japaner haben durch das Erdbeben und den Tsunami geliebte Menschen und Freunde verloren. Sie haben ihr Zuhause, ihre Arbeitsstelle, ihr Umfeld und teilweise fast das eigene Leben verloren.

Als wenn das nicht genug ist, erfahren viele von ihnen nun nach und nach, dass sie nicht in ihr Zuhause zurückkehren können. Vor Jahren wurden die Entscheidungen für die Atomkraft getroffen. Heute tragen Menschen an den Folgen, die diese Entscheidungen nicht getroffen haben. Die nicht daran verdient haben. Die dadurch nun viel verloren haben.

Die Menschen, die diese Entscheidungen damals getroffen haben und auch die, die heute die Entscheidungen für weitere Atomkraftwerke treffen – diese Menschen haben genug Geld, im Falle eines Super-GAUs das Land zu verlassen.  Sie können mit ihrem Geld woanders neu anfangen.

Aber viele andere Menschen haben diese Möglichkeiten nicht und müssen nun ausbaden, was andere angerichtet haben. Und genau so wird es auch zukünftig weiter gehen!

 

Ich frage mich, werden Menschen durch solche Ereignisse lernen? Ja, manche werden daraus lernen! Nämlich die, die durch solche Ereignisse in Not geraten, die die Empathie für in Not geratene Menschen haben, denen das Leid zu Herzen geht und die nicht einfach zur Tagesordnung zurück kehren.

Andere werden wieder nur an Geld, an möglichst große Gewinne, an Macht denken und werden genau so weiter machen wie bisher!

3 Comments

  1. Kommentare von habeebee:

    @Felfrod
    Ja, diese Gedanken treiben mich seit Wochen um und geschockt habe ich bereits vor 1-2 Wochen gesehen, dass es andere, anscheinend wichtigere Themen in den Nachrichten gab. Z.B. Fussball!
    Niemand von uns kann auch nur ansatzweise nachvollziehen, was die Menschen dort durchmachen, wie sehr sie gelitten haben und noch leiden müssen.
    Ja, man kann Fehler machen, denn Menschen machen nun mal Fehler. Aber wenn sich zeigt, das man einen Fehler gemacht hat, warum bleibt man dann dabei und würde diesen Fehler noch mal machen?
    Wie kann man (eine Regierung) sich das Recht herausnehmen, eine Welt zu zerstören, mit Radioaktivität zu verseuchen? Wie rechtfertigt man vor sich selbst, die Menschen vor Ort nicht ausreichend zu informieren und ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen oder gar ihren Tod billigend in Kauf zu nehmen?
    Sind diese Leute wirklich so sicher, dass ihre Entscheidungen richtig sind? Können sie sich noch morgens im Spiegel anschauen?

    Heute ist ein wunderschöner Tag und ich kann ihn nicht einfach nur geniessen, sondern werde immer an Japan denken müssen!

    @Atos
    Warum helfen diese Verantwortlichen nicht selbst vor Ort und wer gibt ihnen das Recht, andere Menschen in den Tod zu schicken?
    Ein schneller Besuch vor Ort ist ein höhnisches, mitleidiges Lächeln gegenüber den Arbeitern dort!

  2. Kommentare von atos:

    Regierungschef Naoto Kan will jetzt zum ersten Mal seit dem Erdbeben und Atomunfall vor drei Wochen die Krisenregion besuchen. Er werde heute am Samstag in die erdbebenzerstörte Stadt Rikuzentakata und in die Präfektur Fukushima reisen, in der auch das havarierte Atomkraftwerk steht, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag. Vermutlich fährt Kan aber nicht direkt zur Atomruine in Fukushima. Warum eigentlich nicht, die Regierung will doch die Evakuierungszone nicht ausweiten. Hat er etwa Angst?

  3. Kommentare von felfrod:

    hi habeebee!
    ich bin seit langem mal wieder auf deiner website und sehe, dass dich die gleichen themen umtreiben wie mich. ich werde die bilder aus japan auch nicht los. aber genau das soll meiner meinung nach schnell mit uns passieren. wir bekommen die schlechten nachrichten über das unglück in so kleinen häppchen – immer schön stück für stück – dass ein abstumpfen vorprogrammiert scheint. wenn heute der supergau bekannt wird, interessiert es schon weit weniger leute als noch vor tagen, als die katastrophe über japan hereinbrach. manche träne habe ich bei den bildern vergossen und mich gefragt, was zu tun ist und wieso es keinen katastrophenplan gibt, der greift.aber man steckt eben auch nicht drin und kennt sich mit der materie nicht aus. allerdings ist für mich klar, dass man die finger von themen lassen sollte, die man nicht beherrschen kann- sei es atom- oder gentechnik. es wäre schön zu wissen, wie man helfen kann. ich habe mich gemeldet, um eine japanische familie aufzunehmen, falls bedarf besteht, aber konkrete hilfe ist das nicht. die menschen brauchen jetzt andere unterstützung, die wir von hier aus und mit unseren mitteln nicht leisten können. das zu akzeptieren ist schwierig…
    liebe grüße
    b

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